Erster sein, schlauer sein oder tricksen: KI im Mittelstand

"Es gibt drei Wege, im Geschäft zu gewinnen. Sei der Erste. Sei schlauer. Oder trickse."

Ich bin nicht der Einzige, der immer wieder zum Film Margin Call zurückkehrt. Ich mag die Szene, in der der CEO dieses Mantra ausspricht. Wer es kommen sieht, bewegt sich, und zwar schnell. Alle anderen haben danach viel damit zu tun, die Folgen zu verwalten. Es sei denn, man ist schlauer oder trickst ;-)

Kann ich der Erste sein? Sollte ich es versuchen? In den meisten Branchen werkelt der Mittelstand noch mit ChatGPT herum. Ein echter Vorsprung als Erster ist 2026 weiterhin drin, für Unternehmen, die sich bewegen, überlegt investieren und begründete Risiken eingehen wollen. Der Haken: Solange Sie nicht ein ganzes Geschäft auf eine KI-Anwendung bauen können, lohnt es sich selten, der echte Pionier zu sein. Sollen andere die frühen Fehlschläge und das interne Chaos auffangen, sage ich. Und Sie vermutlich auch.

Doch sich im Mittelfeld zu verstecken, sieht nur sicher aus. Die eigentliche Frage ist, was Ihre Konkurrenz tut und wie schnell. In der neuen Realität hat sich das Tempo der Umsetzung verändert. Ein Wettbewerber, der sich gut bewegt, überholt Sie in Monaten, nicht in Jahren.

Natürlich hängt das stark von Ihrer Branche ab. Manche Sektoren werden gerade neu geordnet. Manche stehen existenziell unter Druck. Manche gewinnen groß. Andere, wohl die meisten, haben mehr Luft. Ich spreche gerade mit Gastronomen und Leuten aus dem Bauhandwerk. Zu wissen, in welchem Lager Sie stehen, ist keine Kür.

Gehen wir also auf schlau. Genau dort haben mein Geschäftspartner und ich seit 2022 die meiste Zeit mit Kunden verbracht. Bevor Sie Tools kaufen oder bauen, Pilotprojekte starten oder eine KI-Strategie ausrufen, müssen Sie verstehen, was KI konkret für Ihr Unternehmen leisten kann. Wenn Sie mir eine Prise Eigennutz nachsehen: Ein BrA1nScan hilft als erster Schritt.

Verstehen. Dann entscheiden, bauen und verankern. Das Margin-Call-Mantra, angewandt auf KI als ganz normale Managementpraxis, mit unnormalem Tempo, in außergewöhnlichen Zeiten. Die meisten Mittelständler haben entweder wenig mit KI gemacht oder viel und schlecht. Große Wetten auf die falschen Anwendungsfälle. Tools, die neben dem Geschäft laufen statt darin. Pilotprojekte, die nie übernommen werden. Viel Betrieb. Zu wenig Wert.

Womit wir beim Tricksen wären. Nicht die üble Sorte. Die nette Sorte. Die Sorte, bei der schlau sein in Tricksen übergeht. Sie können Fähigkeiten aufbauen, für die früher Budgets und Stellen nötig waren, die Sie nie hatten. Um Mitarbeitern mehr zu ermöglichen. Um Kunden zu begeistern. Um schneller bessere Entscheidungen zu treffen. Und damit schließt sich der Kreis, denn so sind Sie am Ende doch irgendwie der Erste.

Ein bisschen wie unser eigenes kleines Team, das sich beratend und bauend in Kundenprobleme und Lösungen hineinarbeitet, für die früher ein ansehnliches Beratungsteam plus eine komplette Mannschaft aus einem Softwarehaus nötig war.

Auch wenn Sie also nicht der Erste sein wollen: Seien Sie wenigstens schlau genug, ein bisschen zu tricksen, auf die gute Art. Die meisten Ihrer Wettbewerber machen das nicht gut. Das hält nicht ewig.

Dieser Beitrag erschien zuerst auf LinkedIn.

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